Der Grenzsteinversetzer - Familienforschung im Kreis Cochem-Zell

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Der  Grenzsteinversetzer

Leute  von der Martentaler Mühle gingen nach Masburg zur Christmette. Da dieselbe schon nachts zwölf begann, der Fahrweg aber weit und die Nacht kalt war, so wählten sie einen kürzeren Fußpfad, welcher sonst aber gern gemieden wurde, weil er verrufen war und als nicht ganz geheuer galt. Schon waren sie eine geraume Weile gegangen und mochten eine gute Strecke zurückgelegt haben, als sie glaubten, einen Ruf zu vernehmen. Sie stutzten und merkten auf. Da sie aber nichts mehr hörten, setzten sie beruhigt ihren Weg fort. Aber nur einige Schritte taten sie, als plötzlich ein Männlein, glühend wie Feuer, seitwärts durch den Wald schwebte und auf den Fußpfad kam. Gesicht und Körperteile konnten die erschrockenen Leute gut unterscheiden. Funken sprühten von dem Männlein, das, auf dem Pfad angekommen, eine Strecke entfernt vor ihnen ging. Ängstlich blieben die Leute stehen, um zu beraten, was zu tun sei. Die feurige Gestalt aber nahm ihren Weg weiter und die Leute gingen wieder hinter ihr drein. Ihren unheimlichen Führer voran, hatten sie fast das Ende des Waldes erreicht, als das Männlein immer kleiner ward, zu einem Fünkchen zusammenschrumpfte und verschwand. Eben wollten sie den Wald verlassen, da hörten sie über sich den Ruf. „Wohin gehört dieser Markstein?“ Der  beherzteste der Männer wagte zu antworten. „Dahin, wo du ihn genommen hast.“ Ein Stein sauste durch die Luft und fiel in geringer Entfernung von ihnen in die Erde. Zu spät kamen sie zur Christmette, und niemand von ihnen wagte mehr bei nachts dort vorbei zu gehen
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